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August 2019

Bauhaus Geschichte Teil 2: Dessau und Berlin

Zweite Periode: Dessau (1925 bis 1932)

In Dessau hatte die Gestaltung des Schulgebäudes viele Ähnlichkeiten mit dem internationalen Baustil, der sich durchsetzte:

  • Fokussierung auf Volumen über Masse
  • Verwendung von Massen- und Leichtbaumaterialien
  • Durchgängige Modulformulare
  • Eine Ablehnung aller Farben und Ornamente
  • Verwendung von ebenen Oberflächen, die sich mit Glas abwechseln

An diesem Standort gründete Gropius sein neues Architekturprogramm und trat als Direktor zurück, um Platz für Hannes Mayer, einen Schweizer Architekten und den neuen Direktor, zu machen. Unter Mayer erlebte die Schule einige Meilensteine, nämlich den Bau der ADGB-Gewerkschaftsschule nach Bauhaus-Design und fünf Mehrfamilienhäuser in Dessau. Zum ersten Mal in ihrer Geschichte erzielte die Schule auch einen Gewinn.

Leider übernahmen die Nazis bis 1931 die Kontrolle über den Dessauer Stadtrat, was die Schule zwang, an einen anderen Ort zu ziehen.

Dritte Periode: Berlin (1932 bis 1933)

Dies war die kürzeste Wiederholung der Bauhausschule während ihres ohnehin schon kurzen Bestehens, aber sie ebnete auch den Weg für die Expansion des Bauhausdesigns weit über die deutschen Grenzen hinaus. Kurz vor dem Umzug wurde der deutsch-amerikanische Architekt Ludwig Mies van der Rohe neuer Direktor der Schule. Ende 1932 eröffnete er in Berlin die dritte Iteration des Bauhauses in einer verlassenen Fabrik, deren Miete er mit seinem eigenen Geld bezahlte.

Die Berliner Schule dauerte nur 10 Monate, bevor sie unter dem Druck des an Macht gewinnenden Naziregimes geschlossen wurde. Für die Nazis war das Bauhaus-Design aufgrund seines modernistischen Stils „undeutsch“, ebenso wie „entartete Kunst“ aufgrund seiner wahrgenommenen jüdischen oder kommunistischen Assoziationen. Im April 1933 schloss die Schule wegen dieser Verfolgung endgültig. Dies veranlasste jedoch viele der Prinzipien des Bauhaus-Entwurfs – wie Gropius, Meyer und Mies – in Länder wie die Schweiz, Großbritannien, Mexiko und die USA auszuwandern. Dank ihrer Flucht vor den Nazis lebten und wuchsen die Bauhaus-Design-Traditionen auf verschiedenen Kontinenten.